.. Jon Walter. Für mich kam es so vor als hätte ich ihn etliche Minuten angestarrt, am Ende waren es doch nur um die 40 Sekunden. Seit letztem Jahr hat er sich ganz schön verändert; jetzt ist er sicher ein Kopf größer als ich. Er nahm mich in den Arm, dabei bemerkte ich das er gut roch, besser als die 542 anderen Männer die alle das gleiche Parfum tragen, 1 Million.
"Du hast dich verändert.", brach aus mir heraus, ich weiß nicht ob er es als Kompliment auffing aber sein Gesichtsausdruck verriet es mir, er lächelte. "Hab dich lang nicht mehr gesehen, was hast du so getrieben?", fragte er mich. "Dies und das.", mehr fiel mir nicht ein, ich hatte das Gefühl, ihm nichts mehr sagen zu müssen seit letztem Sommer. "Hmm, schön .." Ich schaute mich fragend um, um irgendwo eine Antwort zu finden, auf seine Aussage, aber sie blieb mir fern, stattdessen überkam mich das Gefühl, mich umzudrehen und einfach weiter zu gehen. "Wie läuft es in der Liebe?", diese gottverdammte Frage hätte er sich sparen können, wie es zurzeit bei mir in der Liebe aussieht weiß ich selbst nicht, - ich glaube; ich versuche zu vergessen. "Och, ich brauch niemanden, allein zu sein ist auch ganz schön." - "Aber auf dauer?", langsam ging mir sein Gefrage auf die Nerven. "Ich such niemanden, um nicht allein zu sein, dafür habe ich meine Freunde. Liebe wird überbewertet, wer brauch sie schon? Ich nicht!", mit dieser Antwort hatte ich ihn überfordert denn er wich einen Schritt zurück, meine Tonlage erhöhte sich, ich denke es klang leicht aggressiv. Im Grunde log ich mich selbst an, aber das müsse er jetzt nicht erfahren,- wie ihr wissen solltet war das nicht dass letzte Mal das wir uns gesehen haben. "Tut mir Leid das ich gefragt habe.", typisch Jon, der gute alte Jon, der sich bei jedem Scheiß angegriffen fühlt. Wenn man Menschen nicht überzeugen kann, dann verwirr sie einfach. "Schuldige', aber die Liebe kann mir gestohlen bleiben, fürs erste." Weil er bemerkte das ich gerne das Thema wechseln wöllte, tat er das auch. "Bist du Freitag auf Alex seiner Party?" - "Bisher wurde ich noch nicht eingeladen." Und darüber war ich mehr als froh, da ich aber weiß, das ich spätestens morgen eine Einladung erhalten würde, zersprang mein Gefühl von Erleichterung in nu. "Weißt du wer alles da sein wird?" -, ehrlich gesagt war es mir völlig Gleichgültig, da ich selbst keine Lust hatte hinzugehen aber ich wusste wer kommt, ich hatte schon vor Tagen die Gästeliste studiert, neben 20 Leuten dessen Namen für mich uninteressant wirkten waren unter anderem auch: "Maike, Sarah, Lisa, Tim, Max, Fin, Jacob und ..", ich machte eine Pause, denn den Namen von ihm, und auch der Grund weshalb ich nicht hingehen werde, blieb mir im Hals stecken. "Und ..?" - "Pablo.", als ich den Namen doch ausgesprochen hatte, bekam ich Bauch Knurren. "Wirst du kommen?", ich weiß nicht, ob er den Gesprächsverlauf der letzten 5 Minuten vergessen hatte, oder wollte. "Vermutlich nicht." - "Ich würde mich freuen dich zusehen.", wie sentimental, man möchte brechen.
Partys bei Alex sind immer ziemlich leicht gestrickt und aufgebaut. Saufen, saufen, saufen, irgendwelche Smalltalks mit irgendwelchen langweiligen Menschen führen die sich für das höhste Ausgeben, irgendwelchen knutschenden Leuten dabei zuschauen wie sie sich auffressen, nebenbei noch den Zigarettenrauch inhalieren, praktisch für einen perfekten Absturz. "Dein Handy!" - "Was?", der Song von Hit the Lights - Back Breaker, ertönte in meiner Tasche und riss mich unverschämter Weise aus meinen Gedanken. Dummer Weise war ich zu langsam, und konnte nur noch die Tastensperre betätigen, worüber ich nicht sonderlich traurig war, denn der Anruf war von meiner Mutter, die ich im Augenblick nicht benötigte. "Ich muss weiter.", teilte er mir mit. Ich schaute von meinem Handy auf, legte einen Arm um seine Hüfte - er drückte mir einen Kuss auf den Kopf, und flüsterte: "Wir sehen uns, hoffentlich!" - "Wenn's die Zeit zulässt." Ich schaute ihm nach, als er zu seinem Bus rannte. Ich lachte laut auf, als ich sah wie er stolperte und einer Frau in die Arme fiel - schöner Anblick. Er drehte sich um und unsre Blicke trafen sich, ich winkte ihm ein weiteres Mal zu und ging weiter in ein Buchgeschäft, es hört auf den Namen; Hugendubel.
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