Donnerstag, 8. September 2011

5. - Remember me. Fridaynight [Teil 2/3]

.. Und nun stand ich da, mitten im Raum. Inzwischen haben sich schon über 30 Leute eingefunden, sollten es nicht nur um die 25 sein? - Ich hatte das Gefühl, unter einem übermäßig geschwollenen Kopf zu leiden, mir war das zu viel - zu viel des Guten, mir war die Musik viel zu laut, und die Leute zu besoffen, es war gerade mal halb 10 und die meisten saßen schon, weil sie nicht mehr stehen konnte. Hab ich euch's nicht gesagt? - Perfekte Party für den perfekten Absturz. Oft hör ich von Freunden, das ich mich sehr pessimistisch anhöre, stimmt auch, ich sehe die Welt mit anderen Augen - bitte versteht mich jetzt nicht falsch, ich hatte keine Netzhaut-Transplantation oder sowas absurdes, ich sehe alles nur detaillierter, als manch ander', der sich nur auf's offensichtliche beschränkt.

Ich mischte mir Campari-Kirsch, und nahm mir eine Zigarette aus meiner Schachtel. Plötzlich spürte ich warmen Atem in meinem Nacken. Ich drehte mich verwirrt um, und dann sah ich ihn. Timo Bratz - Aufreißer des Jahrhunderts! - "Lust auf eine schnelle Nummer?", fragte er mich und ließ eine Hand an seiner Hose hinabgleiten, um auf meine Passform aufmerksam zu machen, damit bewies er mir wieder sein bemitleidenswertes Denkvermögen. "Bratz, - immer noch der Gleiche!", lächelte ich ihn an, er dachte ich würde mit ihm flirten wollen - falsch, ich wollte ihm zeigen das er keine Chance hat, aber dann überkam mich das Gefühl, das es mir heute völlig egal ist, mich auf sein Niveau hinab zulassen, ich bräuchte mich nur gehen lassen - ihm in die Arme fallen. "Einen Tanz, meinte ich.", sagte er mit vorwurfsvoller Stimme. "Wir wissen schon was du gemeint hast, Bratz.", sagte Sarah die hinter ihm auftauchte. Ich glaube, sie wollte, das ich ihm ein klares NEIN verpasste. Aber ich entschied mich anders: "Wenn du möchtest.", sagte ich beiläufig, aber trotzdem freundlich. Als wir in Richtung Tanzfläche gingen, zeigte Sarah's Gesicht tiefste Missbilligung, während Alex mir verschwommen nachlächelte. Bald würde sich über dieser Fete eine allumfassende Dunstglocke senken, und so mochte es Alex am liebsten, ich dagegen ...

Überall verschmolzen die Pärchen ineinander, in einer Ecke des Raumes war es komplett düster, nicht einmal mit aufgerissenen Augen hätte man jemanden dort erkannt. Pablo war auch nicht in Sichtweite, zumindest hatte ich ihn noch nicht entdeckt. Nicht, dass ich seinetwegen sentimental wurde. Schließlich war er auch nur ein weiteres Exemplar einer weit verbreiteten Art.
Timo und ich, glitten auf ein kaum vorhandenes Stück Tanzfläche, wo dir Pärchen mit uns zusammenstießen, ohne es zu merken. Sie tanzten nicht, sie schlafwandelten zusammen. Er legte seinen Arm um meinen Rücken. Aber ließ ich mich zu irgendetwas hinreißen? Noch nicht. "Du bewegst dich so unglaublich Mila, du könntest mir noch ein paar nette spezielle Stellungen beibringen.", er bemerkte schnell das ich das alles andere als komisch fand, ihm huschte ein halb verlegenes, halb schmutziges Lachen über die Lippen. "Tanzstellungen meinte ich." Ich schmiegte mich an ihn. "Ich bin mir sicher, das du Stellungen genug kennst.", flüsterte ich belustigt in sein Ohr. Ich legte mein Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen. Ich bewegte mich mit ihm in einem gleichen Takt. "Wo hast du nur all diese abgedroschenen Sprüche her", sagte ich voller neugierte auf seine Antwort. "Muss an dir liegen", antwortete er, "du bringst meine romantische Seite ans Tageslicht. Ich verspreche das ich rein gar nichts mehr davon auslassen werde.", er dachte wahrscheinlich wir wären die dicksten Freunde - er war für mich heute Abend aber nur eine Ablenkung, - das müsse er aber nicht erfahren. Ich versteifte mich, er bemerkte es. Ich merkte wie das Blut in meinem Kopf stoß,- ich merkte wie sich jeder einzige Muskel zusammen zog und zu einem wurde, mir wurde schlecht. "Was ist los Mila? Geht's dir nicht gut?", fragte er mich besorgt als er mich los ließ. Ich guckte nur in Richtung Kellertür - in die Augen von ihm und Tamara Blancd'.

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