Mittwoch, 27. April 2016

E N T S C H E I D U N G E N


Es ist unmöglich zu überprüfen, welche Entscheidung die richtige ist, weil es keine Vergleiche gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal und ohne Vorbereitung.

Wie ein Schauspieler, der auf die Bühne kommt, ohne vorher je geprobt zu haben.
Was aber kann das Leben wert sein, wenn die erste Probe für das Leben schon das Leben selber ist? Aus diesem Grunde gleicht das Leben immer einer Skizze. Doch auch Skizze ist nicht das richtige Wort, weil eine Skizze immer ein Entwurf zu etwas ist, die Vorbereitung eines Bildes, während die Skizze unseres Lebens eine Skizze von nichts ist, ein Entwurf ohne Bild.


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Ich werde oft gefragt "Wann bist du glücklich, wenn es dir psychisch gut geht oder eher wenn es dir schlecht geht?", hatte die Frage nie verstanden, denn warum sollte man gut drauf sein wenn einen etwas belastet? Ich mein klingt doch ziemlich paradox, wenn man bedenkt das wir von zwei Gegenteilen sprechen. Ich habe ein sehr gutes Buch in die Hände bekommen, die mich diese Thematik endlich verstanden lies: Paul Watzlawick "Anleitung zum Unglücklichsein". Dieses Buch hat meine Ansichten tatsächlich ein weiteres Mal verändert, auch meine Meinung gegenüber Mitmenschen und ihren Eigenschaften die sie zu denen machen die sie nun mal sind. Man kann einen Menschen nicht verändern, jeglich sich selbst, und obwohl uns dies manchmal schwer fällt unsere Blickwindel zu wechseln, nehmen wir uns leider viel zu oft heraus die Fehler in anderen zu suchen, als bei uns selbst. Ich war auch lange Zeit genau so eine Kandidatin, die Angst hatte sich ihren eigenen Fehlern zu stellen, bis der Tag kam, als ein von mir sehr geliebter Mensch von mir ging, Selbstmord. Ich hasste sie dafür, jahrelang, bis ich mich anfing zu fragen, warum ich eigentlich sie hasste, und nicht mich. Ich hasste sie nicht, ich wollte es nur nie verstehen, ich wusste, mich betraf keine Schuld, aber ich wollte schuldig sein, paradox oder? So hatte ich es wenigstens ein wenig verkraften können, worauf ich hinaus will, um die obige Frage beantworten zu können; Glück ist kein Dauerzustand, Glück passiert, genauso wie Unglück, man darf sich nicht Wahnsinniger machen als man ist, und man darf nicht aufhören nachzudenken, denn lieber denke ich einmal mehr über etwas nach, als einmal zu wenig, wenn du dir aber sicher bist, dass das was du vor hast das Richtige ist, dann, dann schalt den Kopf aus und fang an. 

Ich beschäftige mich wohl mehr mit der Liebe als einem Menschen gut tut, und staune immer wieder über ihre ungeheuere Kraft unser Leben zu beeinflussen. Liebe, was ist eigentlich Liebe? Ist Liebe, wenn du einen Menschen siehst, die Beine flackern, im Bauch findet ein Krieg statt und die Hände sind Schweißgebaden? Oder ist Liebe, wenn dich nichts aus der Fassung bringt, wenn du seelenruhig mit dem Menschen reden kannst, wenn du nicht darüber nachdenkst ob du verliebt bist, sondern es einfach so ist? "Einfach so ist", wäre es so einfach, würden wir nicht nach Anleitungen leben, die wir aufschnappten, ein paar Beispiele die jeder kennt: "Er muss zuerst schreiben.", "Er muss sehen das ich auch andere Männer habe." - "Mach dich Interessant!", "Schreib nicht sofort zurück sondern warte ein paar Minuten." - bei solchen Aussagen bekomme ich langsam Würgereize. Was soll der Scheiss? Ist Liebe ein Völkerballspiel? Spielen wir Brennball und beobachten wie die Männer uns hinterherlaufen? Verdammt, hört auf mit der Scheisse alles zu planen, zu überdenken, und fangt verdammt nochmal an zu fühlen, aber wartet, ein Jäger wird immer die Beute jagen, oder? Aber welche Frau ist gerne Beute? Also ich für meinen Teil nicht, ich werde auch nicht gerne gejagt, dann laufe ich noch schneller, und wenn der Mann schneller wird, bekomme ich Angst, und finde das keineswegs interessant.