Sonntag, 4. September 2011

1. - Remember me. [14:35 Uhr]

Ich saß im Bus, mit der Musik im Ohr 'Florence And The Machine - Addicted To Love', fuhr ich mir durch's Haar. Ich lehnte an der kalten Eisenstange die Abstand zwischen dem Sitzpartner und mir liefert. Gelegentlich schaute ich zu ihm hinüber - er hatte eine Kaki farbige Jacke an, braune Haare und eine Brille, ich fand ihn sehr interessant - er hatte etwas im Gesicht was mich zum nachdenken brachte. Als er mich anschaute, guckte ich schnell weg - ich wollte nicht das sich unsere Blicken trafen, wieso? Weiß ich nicht, ich war nicht in der Stimmungen vielleicht einen Smalltalk führen zu müssen. Haltestelle 23A! Ich stieg aus. In einer Hand meine Tasche, in der anderen einen Black Bean Kaffee. Meine Lippen fühlten sich rau an, leicht trocken. Ich leckte mir mit der Zunge darüber - jaja eigentlich sollte man dies nicht tun, pflege Mutter immer so schön zu sagen, das war mir in diesem Moment aber völlig Gleichgültig. Ich ging in Richtung Bahnhof, plötzlich hielt ich Inne und dachte daran umzudrehen - in den Bus zuspringen und wegzufahren, ganz weit weg. Ich war erschüttert, meine Welt brach zusammen - manchmal neige ich zur Übertreibung, aber in diesem Moment fühlte es sich so an. Ich schaute in das Schaufenster neben mir, ich schaute nicht hindurch, ich schaute mich an. Braunes langes Haar, schöne geformte Lippen, blaue Augen, Groß und trotzdem fühlte ich mich sichtlich unwohl. Ich packte mein Gewissen und ging mit ihm zur Bahnhofs Tür, da stand er nun. Braun gebrannt, Groß, schlank, schöne rote geformte volle Lippen, braunes Haar - .. ich versuchte seinen Blick abzuwenden, doch schaute ich ihn direkt in die Augen. Ihm huschte ein Lächeln übers Gesicht und stoß zum herkommen an, doch ich ging an ihm vorbei, ohne ihm einen weiteren Blick zu gewähren. Ich spürte seine Blicke auf meinem Rücken hageln, wahrscheinlich war er erschüttert wie ich - nur in einem anderen Sinn.
Mich überkam ein Gefühl von Angst, ich fühlte mich allein, obwohl die Straßen überfüllt waren. Ich fühlte mich einsam und verlassen, ehrlich gesagt, wäre ich am liebsten zurück, zurück in seine Arme gerannt. Aber das Leben ist leider kein Spielfilm auf Pro7.

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